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Max Hufschmidt, Studierender - #Connecting Europe for 25 Years

Max Hufschmidt
Im Masterstudium hat Max Hufschmidt verschiedene Sichtweisen auf die Erfolge und Misserfolge der Idee Europa kennengelernt. Das Schaffen internationaler Verbindungen und die Forschung am Europainstitut hält er in Zeiten von Populismus für immer relevanter, wie er im Jubiläumsbeitrag verrät.


Wer bist du und wie bist du zum Europainstitut gekommen?
Mein Name ist Max Hufschmidt und ich studiere im vierten Semester European Global Studies am Europainstitut. Nachdem ich meinen Bachelor in Geschichte und Politikwissenschaften abgeschlossen hatte, war ich auf der Suche nach einem interessanten Masterstudiengang, der die disziplinären Schranken einzelner Fächer überwindet und es mir ermöglicht, mich mit neuen, anspruchsvollen Themen auseinanderzusetzen. So wurde ich auf das Europainstitut und den Masterstudiengang aufmerksam, der mich mit einer spannenden Kombination aus unterschiedlichen Fachbereichen überzeugt hat.

Was ist die spannendste Einsicht, die du bei deinem Studium am Europainstitut bisher erlangt hast?
Als spannendste Einsicht würde ich wohl die Erkenntnis beschreiben, wie vielseitig und wie kritisch Sichtweisen auf Europa sein können. Ich denke, dass eine kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept Europa und ein Blick von aussen auf die Errungenschaften und Misserfolge einer Idee, aber auch der dahinterstehenden Staaten und Gesellschaften, sehr wichtig für ein eingehendes Verständnis Europas ist. Ich würde diese Erkenntnis nicht als überraschend bezeichnen, die Bandbreite an möglichen Sichtweisen auf Europa aber als bemerkenswert.

Wie hat die Zeit am Europainstitut dein Verständnis von Europa in seinen globalen Kontexten geprägt?
Kurz und knapp: ganz entscheidend. Als Bürger Europas (als den ich mich bezeichnen würde) bin ich lange mit einem eher unkritischen Verhältnis zu Europa aufgewachsen. Meine Zeit am Europainstitut hat mir Möglichkeiten eröffnet, dieses Verhältnis kritisch zu hinterfragen und mir eine neue Sichtweise auf Europa und ein neues Verständnis diverser europäischer und globaler Themen zu erarbeiten.

Welches Buch würdest du jemandem empfehlen, die/der Europa in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft besser verstehen möchte?
Da muss ich zwei nennen. Einerseits Robert Menasses „Der Europäische Landbote“ als Idee, wie ein Europa jenseits der Nationalstaaten eines Tages aussehen könnte, und warum das eine schöne Idee sein könnte. Und andererseits Dipesh Chakrabartys „Provincializing Europe. Postcolonial Thought and Historical Difference“, weil es ein kritisches Licht auf die „Errungenschaften“ Europas und den Kapitalismus wirft und hinterfragt, was Europa für den Rest der Welt war und bedeutet. Dieser Titel steht dabei auch stellvertretend für die Vielfalt an Werken aus ganz unterschiedlichen Richtungen, die sich aus postkolonialer Perspektive mit Europa und seinen Folgen befassen.

Zum Abschluss: Was fällt dir spontan zum Jubiläumsmotto «Connecting Europe for 25 Years» ein?
Dazu fällt mir ein, dass das Motto des Verbindens heute vielleicht eine noch viel grössere Bedeutung hat als noch vor 25 Jahren. In Zeiten, in denen die Idee Europa immer mehr unter Druck gerät und Nationalismus von Manchen als scheinbare Alternative angeführt wird, werden das Schaffen von Verbindungen und das Forschen an Gemeinsamkeiten umso wichtiger.

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Max Hufschmidt ist Studierender im MA European Global Studies am Europainstitut. Im Zentrum des Studiums stehen die europäischen Gesellschaften in ihren vielschichtigen Beziehungen zueinander sowie in ihren Wechselbeziehungen zu Gesellschaften vor allem in Asien und Afrika.

In den Jubiläumsstories kommen im Herbst 2018 und im Frühjahr 2019 Forschende, Studierende, Alumni und andere, dem Europainstitut verbundene Personen zu Wort. Ihre Beiträge fügen sich ein in das Jubiläumsmotto «Connecting Europe for 25 Years» und veranschaulichen auf vielfältige Weise, wie das Europainstitut seit einem Vierteljahrhundert Menschen verbindet und lokale und globale Verknüpfungen von Wissen aufzeigt.

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