/ News, Research, Studies, People

Neue Spezialausgabe des E-Journals «Global Europe in a Global Perspective»

key visual

In der neuen Spezialausgabe der «Basel Papers on Europe in a Global Perspective» analysieren führende Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen Fragen rund um die Interpretation, Legitimität und Universalität der Menschenrechte in gegenwärtigen globalen Diskursen. Der Band umfasst Analysen zu Klimaklagen, dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, Kritik an Universalitätsansprüchen und „Double Standards“ sowie autoritären Menschenrechtsnarrativen in China. Die Ausgabe wurde von Christoph Spenlé und Carl Jauslin herausgegeben.

Am 24. September 2024 veranstaltete die Juristische Fakultät der Universität Basel eine Podiumsdiskussion mit dem Titel «Menschenrechtsnarrative – Der Kampf um die Deutungshoheit», um das Lehrbuch «Repetitorium Internationaler Menschenrechtsschutz» von  Christoph Spenlé und Carl Jauslin zu lancieren.

Auf dem Podium diskutierten Botschafter Franz Perrez, Direktor der Direktion für Völkerrecht im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten; Maya Beeler-Sigron vom Bundesamt für Justiz; Andreas Th. Müller, Professor für Europarecht, Völkerrecht und Menschenrechte an der Universität Basel; sowie Stefan Schlegel, Direktor der Schweizerischen Menschenrechtsinstitution.

Die Diskussion inspirierte eine Spezialausgabe der «Basel Papers on Europe in a Global Perspective», die Beiträge versammelt, welche Menschenrechtsnarrative als Deutungsrahmen rechtlicher und politischer Diskurse analysieren. Christoph Spenlé und Carl Jauslin, die Herausgeber dieser Spezialausgabe, untersuchen anhand von Klima- und Technologiediskursen, weshalb die Berufung auf Menschenrechte zugleich klärend und konfliktträchtig sein kann. Franz Perrez zeigt am Beispiel des KlimaSeniorinnen-Urteils, wie unterschiedliche Menschenrechtsnarrative die Begründung und Reichweite menschenrechtlicher Ansprüche im Klimakontext prägen und dabei zentrale Spannungsfelder im Menschenrechtsschutz sichtbar werden lassen. Maya Beeler-Sigron analysiert die Rolle des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Spannungsfeld von Subsidiarität, richterlichem Ermessensspielraum und europäischem Konsens. Andreas Th. Müller beleuchtet die universalistischen Ansprüche des internationalen Menschenrechtsschutzes zwischen normativem Anspruch und politischem Realismus und befasst sich mit der Kritik an einer „Inflation“ der Menschenrechte sowie dem Vorwurf von „Double Standards“. Am Beispiel Chinas untersuchen Ralph Weber und Eva Pils die strategische Narrativpolitik autoritärer Akteure sowie die menschenrechtliche Kritik an Machtstrukturen und fragen nach den Bedingungen glaubwürdiger Universalität. Stefan Schlegel schließt den Band ab, indem er verschiedene Menschenrechtsnarrative und ihre Funktionen unterscheidet – von den Menschenrechten als „Religion“ eines säkularen Zeitalters über versteckte neoliberale oder linke Programme bis hin zu Menschenrechten als letztem Auffangnetz, politischer Sprache, Quelle politischer Legitimität oder gar als „letzter Utopie“. 
 

Über die Herausgeber

Die Ausgabe des E-Journals wurde von Christoph Spenlé, Lehrbeauftragter im Fachbereich Öffentliches Recht an der Universität Basel und  Carl Jauslin, Doktorand an der Juristischen Fakultät der Universität Basel und Vorstandsmitglied von humanrights.ch herausgegeben.

Über das E-Journal

«Global Europe – Basel Papers on Europe in a Global Perspective» ist ein wissenschaftliches E-Journal, welches vom Europainstitut der Universität Basel herausgegeben wird. Es bietet Einblick in Forschungsarbeiten sowohl junger als auch avancierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit den globalen Bezügen Europas und der Europäischen Union beschäftigen.

Das E-Journal erscheint ein Mal pro Jahr. Die Publikation ist im PDF-Format über die Open Access Zeitschriftenplattform eterna der Universitätsbibliothek Basel sowie im Archiv des E-Journals auf dieser Seite erhältlich.

To top