/ News, Forschung, Events
Corey Ross hielt am 24. September 2026 eine Keynote zum Thema «Koloniale Rohstoffe und die materielle Globalität der Region» bei der Tagung «Rohstoffe, Handel und koloniale Verflechtungen in der Regionalgeschichte, ca. 1800–1950» in Vorarlberg. Sein Vortrag beleuchtete die materiellen Verflechtungen zwischen europäischen Regionen und globalen kolonialen Rohstoffsystemen.
In seinem Vortrag untersuchte Corey Ross die Bedeutung kolonialer Rohstoffe wie Baumwolle, Kakao, Kautschuk, Kupfer und Zinn für die europäische Regionalgeschichte zwischen 1800 und 1950. Dabei standen nicht nur Handelsströme im Fokus, sondern auch die Auswirkungen dieser Rohstoffe auf Arbeitsregime, ökologische Transformationen, Infrastrukturen und Alltagspraktiken.
Am Beispiel von Vorarlberg und der Arlbergregion zeigte Ross, wie regionale Ökonomien und Landschaften durch globale Extraktionssysteme mitgeprägt wurden. In seinem Vortrag wies er darauf hin, die regionale Ebene stärker für die Erforschung materieller Verflechtungen zwischen globaler, kolonialer und europäischer Geschichte zu nutzen.
Die Tagung fand am 24. und 25. September 2026 in der Wirtschaftskammer Vorarlberg statt und wurde vom Wirtschaftsarchiv Vorarlberg in Kooperation mit der Universität Innsbruck organisiert.
Corey Ross ist Direktor des Europainstituts und Professor für European Global Studies. Nach einem Geschichtsstudium an der University of Maryland, der Freien Universität Berlin und dem Eastern Mennonite College in Virginia promovierte er 1998 am University College London. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Geschichte des Imperialismus, der globalen Umweltgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, der globalen, transimperialen und transnationalen Zirkulation von Ideen, Gütern und Menschen sowie auf den Barrieren, die diese kanalisierten und behinderten.