Prof. Dr. Christa Tobler
Professorin für Europarecht
Europainstitut der Universität Basel Gellertstrasse 27, Postfach
CH-4020 Basel
Büro 1.4

Tel: +41 (0)61 207 48 52

Prof. Tobler forscht zu verschiedenen Bereichen des Rechts der Europäischen Union, wobei seit einiger Zeit zwei Schwerpunktgebiete hervorstechen:

  1. Fragen der Rechtsgleichheit und der Diskriminierung: Die Habilitationsschrift von Prof. Tobler aus dem Jahr 2005 betrifft die Entwicklung der Rechtsfigur der indirekten Diskriminierung im EU-Recht und im schweizerischen Recht (Wirtschaftsrecht ebenso wie Sozialrecht). In jüngerer Zeit spielt die Rechtsfigur der indirekten Diskriminierung eine wichtige rechtliche Rolle bei der Umsetzung des durch die Volksabstimmung vom 9. Februar 2014 in die Schweizerische Bundesverfassung eingefügten Art. 121a BV über die Zuwanderung (Stichwort „Inländervorrang“).

  2. Das rechtliche Verhältnis zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (sog. bilaterales Recht) als Teil des grösseren Gebiets des EU-Assoziationsrechts bzw. der rechtlichen Beziehungen der EU mit Drittländern wie der Schweiz. Viele Arbeiten von Prof. Tobler in diesem Bereich beruhen auf einer rechtsvergleichenden Perspektive, wobei v.a. dem Recht des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ein besonderer Platz zukommt. Christa Tobler ist weiter Mitautorin einer Einführung ins bilaterale Wirtschaftsrecht Schweiz–EU in Text und Tafeln.

Als Folge von politischen Entwicklungen ist in neuerer Zeit ein weiteres Thema hinzugekommen, das insbesondere mit dem bilateralen Recht Berührungspunkte aufweist, nämlich der – bisher allerdings noch nicht erfolgte – Austritt des Vereinigten Königreichs von Grossbritannien und Nordirland aus der EU (sog. Brexit).

Schliesslich betrifft ein weiteres Interessegebiet die Methodologie des juristischen Unterrichts. Eine neuere Publikation befasst sich hier mit der Verwendung der Visualisierung in der Wissens- und Leistungsbewertung („Introducing Visualisation Into the Assessment of Learning in Legal Studies“).

  • Essential EU Law in Charts (4th edition)
  • General Principles in EU Non-Discrimination Law
  • Swiss Yearbook European Law: Einreise- und Aufenthaltsrechte im FZA -  bereichsspezifische und fragmentarische Ansätze
  • Kommentar Schweizerisches Heilmittelgesetz, Art. 13

«Switzerland in Europe: Money, Migration and Other Difficult Matters» ist der Titel des von Prof. Tobler entwickelten Massive Open Online Course (MOOC) des Europainstituts der Universität Basel in Zusammenarbeit mit der Lernplattform FutureLearn. Das zentrale Thema sind die Beziehungen der Schweiz zur Europäischen Union aus juristischer und politischer Sicht. Aktuelle und viel diskutierte Themen, wie Steuern und Zuwanderung, werden vor dem Hintergrund der Globalisierung behandelt. Die für den Kurs produzierten Videos sind über die Lernplattform FutureLearn frei zugänglich. Eine Liste der Links kann hier heruntergeladen werden.

Betreuung von Masterarbeiten in den European Global Studies:
Gerne betreue ich Forschungsarbeiten von Studierenden mit Bezug zum Unionsrecht. Zurzeit bin ich hauptsächlich an Arbeiten interessiert, die sich in den folgenden Themengebieten bewegen:

  • EU-Binnenmarktrecht
  • EU-Recht zu Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung
  • Regulierungsformen innerhalb der EU
  • EU-Assoziationsrecht, insbes. das rechtliche Verhältnis zwischen der Schweiz und der Europäischen Union

Sie werden gebeten, ebenfalls die Informationen zur laufenden Forschung im Bereich Europäisches Recht zu konsultieren.

 

Ausbildung

2004: Habilitation an der Universität Basel, Lehrbefugnis für öffentliches Recht, Europarecht und Gender Law

1993/1994: Studium des EG-Rechts und Rechtsgleichheit der Geschlechter an der Rijksuniversiteit Leiden in den Niederlanden

1991: Anwaltsprüfung

1988: Dissertation zum Schweizer Markenrecht

1985: Lizentiat der Rechtswissenschaften an der Universität Zürich

Wissenschaftliche Laufbahn

Nach Abschluss ihrer Dissertation und einem acht Monate dauernden Forschungsaufenthalt am Institut für Rechtsvergleichung in Kyoto trat Frau Tobler eine Stelle am Bezirksgericht Winterthur an, wo sie vorerst als Auditorin und später als Gerichtssekretärin arbeitete. Anschliessend war sie in Winterthur als Rechtsanwältin sowie als Lehrbeauftragte an der Universität Zürich (Fachbereich Privatrecht) tätig. Im Frühjahr 1994 war sie Winning Advocate General im European Law Moot Court-Wettbewerb. Nach einem Praktikum am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg beteiligte sich Frau Tobler in der ersten Hälfte des Jahres 1995 an einem interdisziplinären Forschungsprojekt des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz zum Thema "Gender and the Use of Time" (European Forum, Jean Monnet Fellow). Im August 1995 wurde sie akademische Koordinatorin des Leiden LL.M. Programme in EC Law (bis August 2002, anschliessend Dozentin für EU-Recht). Von 1998 bis 2000 versah sie einen Lehrauftrag für Gender Law an der Universität Basel. Im Oktober 2000 wurde Frau Tobler Assistenzprofessorin am Europainstitut der Universität Basel.

Heute ist Frau Tobler ordentliche Professorin für das Recht der Europäischen Integration am Europainstitut der Universität Basel (seit dem 1. Oktober 2005) sowie Professorin für Europarecht an der Universität Leiden in den Niederlanden (seit 1. April 2007). In Leiden unterrichtet sie vornehmlich im juristischen Nachdiplomstudiengang "Adv. Studies in European and International Business Law". Frau Tobler ist regelmässig Richterin der European Law Moot Court-Wettbewerbs. Sie ist Expertin in einem Netzwerk der Europäischen Kommission zu Diskriminierungsfragen (www.equalitylaw.eu/about-us) und Mitglied des Redaktionskomitees der Schweizerischen Zeitschrift für internationales und europäisches Recht (www.szier.ch/). Frau Tobler ist Mitbegründerin des "EU Law in Charts Project", das durch die Verwendung von graphischen Elementen zum besseren Verständnis des EU-Rechts beitragen will (www.eur-charts.eu).