Prof. Dr. Madeleine Herren-Oesch
Direktorin des Instituts / Professorin für Neuere Allgemeine Geschichte
Europainstitut der Universität Basel, Gellertstrasse 27, Postfach
CH-4020 Basel
Büro 1.5

Tel: +41 (0)61 207 48 67

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Ich bin eine begeisterte Historikerin mit einem ausgeprägten Interesse an Globalgeschichte und an transdisziplinären und kollaborativen Ansätzen in Forschung und Lehre. Während meiner Ausbildung in Europäischer Geschichte habe ich mich auf die Geschichte internationaler Organisationen und transnationaler Bewegungen spezialisiert. Auch wenn sich meine Expertise insbesondere auf die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts konzentriert, zeigt meine Forschung immer wieder Verbindungen zur heutigen Welt in ihren vielschichtigen, globalen Dimensionen auf. In meinem Selbstverständnis als Akademikerin und Historikerin interessiere ich mich daher nicht für eine Rekonstruktion oder ein Reenactment der Vergangenheit. Vielmehr möchte ich durch meine Forschung herausfinden, warum Gesellschaften ganz bestimmte Aspekte ihrer Vergangenheit als identitätsstiftende Referenzpunkte auswählen und mit ihrer Hilfe ihren historischen Hintergrund konstruieren. Mein bevorzugter Ansatz entwickelt das bekannte Konzept der invention of tradition von Ranger und Hobsbawm weiter und untersucht den Werdegang historischer Themen vor allem aus zwei Gründen. Erstens ist die Frage, wer über die Vergangenheit verfügen kann, zentral für die Entwicklung analytischer Zugänge einer nicht-eurozentrischen Globalgeschichte, die jenseits des methodologischen Nationalismus konzeptualisiert und geschrieben wird. Zweitens stellen sich wandelnde historische Referenzpunkte in fast allen Fällen als ein Phänomen von Nachkriegszeiten dar und sind deshalb zentrale Kennzeichen von Wandel, Neuorientierung und Zukunftsperspektiven.

Meine jüngsten Forschungsprojekte lassen sich zwei geschichtswissenschaftlichen Strängen zuordnen: Zum einen erkunde ich Wege, Geschichte mit den neuen Mitteln und Möglichkeiten der Digital Humanities zu erforschen. Ein Beispiel dafür ist LONSEA, eine Datenbank zum Völkerbund. Zum anderen diskutiere ich die historische Bedeutung des disziplinübergreifenden Arbeitens, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszubilden und sie zu befähigen, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen. Auf konzeptioneller Ebene habe ich mich dafür eingesetzt, Methoden und geschichtswissenschaftliche Ansätze zu entwickeln, die es ermöglichen, das intellektuelle Potential der Transkulturalität als Zugang zu einer Globalgeschichte Europas jenseits des Eurozentrismus auszuweiten. In diesem Zusammenhang haben die European Global Studies den Weg dafür geebnet, historische Vernetzungsprozesse besser zu verstehen und globale, nationale und regionale Forschungsschwerpunkte auf neue Weise zu verknüpfen. Diese methodologischen und theoretischen Überlegungen spiegeln sich in einer globalen Geschichte Europas wider, die den überkommenen Fokus auf mächtige Staaten offenlegt und traditionelle Narrative der europäischen Modernisierung und des Imperialismus überwindet. Denn solche Narrative richten ihren Blick üblicherweise auf eine kleine Gruppe mächtiger Staaten, während sie andere Akteure und ihre Handlungsmacht vernachlässigen. Mit dem Forschungsansatz der globalen Geschichte Europas sollen Entwicklungen stattdessen in ihren vielschichtigen Dimensionen untersucht werden: Dazu gehört sowohl die Rolle internationaler Organisationen, aber auch die Leben all jener, die als Teil sich vernetzender Gemeinschaften Grenzen überschreiten.

Regarding the supervision of Master Theses in European Global Studies, I am happy to consider enquiries from students on topics relating to the global history of Europe. At present, I am particularly interested in theses researching questions within the following domains:

  • global history, transcultural studies, European history in  a global perspective, historiography, digital humanities
  • history of international organisations and global governance, transnational social movements, history of modern diplomacy
  • Switzerland in European and global perspectives, small states in international relations
  • transboundary biographies, migration history, enemy aliens, expat communities, Western migration to Asia, (de)colonisation and imperialism
  • history of nationalism and citizenship, civil rights and multilateralism on a global scale, history of international and transnational law
  • spaces of global exchange and travel, extraterritoriality, connections and networks in historical perspective, history of capitalism 

    You are also encouraged to read the information on on-going research on the Global History of Europe.